1. Herr Starkmann, viele kennen Rieber, aber nicht jedes Produkt im Detail. Was ist Check Trace und welches Problem löst es?
Hubert Starkmann: Check Trace ist ein System zur digitalen Rückverfolgung von Gastro-Behältern, insbesondere GN-Behältern und Thermoports. In der Praxis verlieren Caterer immer wieder Behälter, sie kommen nicht zurück, tauchen verspätet auf oder landen bei der falschen Kostenstelle. Das ist ein massives Kostenproblem. Neue Behälter müssen nachgekauft werden, die Kosten lassen sich aber oft nicht sauber verrechnen. Mit Check Trace weiß ich genau, welcher Kunde oder welche Kostenstelle einen Behälter nicht retourniert hat, und kann das auch korrekt weiterverrechnen. Ein weiterer Punkt ist die Kommissionierung: Die läuft heute bei vielen Betrieben noch handschriftlich, oft mit zwei Personen. Check Trace arbeitet mit Scannern, eine Person reicht, Fehlerlieferungen werden massiv reduziert.
2. Warum wird die Rückverfolgung von GN-Behältern für Caterer immer wichtiger?
Hubert Starkmann: Früher war das alles überschaubarer. Der Wirt im Ort hat früher vielleicht 100 Essen an Kindergarten oder Schule geliefert. Heute sprechen wir von Caterern mit 5.000 bis 10.000 Essen pro Tag, zig GN-Behältern und hunderten Thermoports im Umlauf. Ohne digitales System verliert man hier zwangsläufig den Überblick: Was kommt von wem zurück? Was fehlt? Wo ist welcher Behälter gerade im Einsatz? Die Kommissionierung wird extrem aufwendig, deshalb führt an Systemen wie Check Trace heute kein Weg mehr vorbei.
3. Wie wurde die Behälterverfolgung früher gelöst, und wo lagen die größten Probleme?
Hubert Starkmann: Fast ausschließlich manuell. Handschriftliche Listen, Excel-Tabellen, viel Erfahrung, aber keine echte Rückverfolgbarkeit. Dazu kommt die hohe Fehleranfälligkeit. Das schlimmste Szenario ist eine Fehllieferung: Wenn statt Reis plötzlich doppelt so viel Schnitzel geliefert wird, ist das nicht nur ärgerlich, das bedeutet Nachproduktion, zusätzlicher Transport, Personalaufwand, Thermoport-Einsatz. Beim Essen wiegt das viel schwerer. Denn wenn mittags dann kein Essen am Tisch steht, ist das ein echtes Problem.
4. Wie kam es zur Zusammenarbeit zwischen Rieber und necta?
Hubert Starkmann: Ich bin schon länger mit necta in Kontakt. Der konkrete Auslöser war nun ein Projekt mit dem Diakoniewerk Gallneukirchen. Dort wurde die Schnittstelle schnell umgesetzt, und das Feedback war eindeutig: Das Tool funktioniert, das brauchen wir. Die Einrichtung lief reibungslos, es gab kaum Rückfragen. Innerhalb von zwei Wochen war das System produktiv, bis auf eine Kleinigkeit hat alles sofort funktioniert.
5. Welche Anforderungen musste necta erfüllen, damit die Integration möglich war?
Hubert Starkmann: Als digitale Warenwirtschaft für Gemeinschaftsverpflegung bildet necta hier die zentrale Datenbasis, auf der spezialisierte Lösungen wie Check Trace nahtlos aufsetzen können. Ganz zentral war die flexible Schnittstellenkonfiguration. Check Trace braucht Informationen, die die digitale Warenwirtschaft von necta ohnehin schon verarbeitet, also z.B. Produkt, Herkunft, Allergene, Menge, Lieferadresse und vieles mehr. Diese Daten werden von necta an Check Trace übergeben und sind anschließend per QR-Code direkt am Behälter abrufbar. So wird jeder Behälter digital sichtbar, inklusive aller relevanten Informationen.