published
1

Madlen Maier

Sie verantwortet Kommunikation und Marketing der Gruppe. Ihr Antrieb: nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern den Wandel aktiv gestalten.

2

Max Maier junior

Gemeinsam mit seiner Schwester Madlen stellt er die fünfte Generation des Mittelständlers Rieber. Er führt die Immobiliensparte der Gruppe und verantwortet die Digitalisierung.

3

Renate Maier und Max Maier senior

Über fünf Jahrzehnte haben Max Maier senior und Renate Maier die Unternehmensgruppe Rieber aufgebaut. Er prägt sie bis heute als visionärer Unternehmer und Wegbereiter. 2018 sind die Kinder in das Familienunternehmen eingestiegen. Alle vier sind Gesellschafter und erklären uns im Interview, weshalb sie Rieber digitalisiert haben.

Madlen Maier

Sie verantwortet Kommunikation und Marketing der Gruppe. Ihr Antrieb: nicht auf die perfekte Lösung warten, sondern den Wandel aktiv gestalten.

Max Maier junior

Gemeinsam mit seiner Schwester Madlen stellt er die fünfte Generation des Mittelständlers Rieber. Er führt die Immobiliensparte der Gruppe und verantwortet die Digitalisierung.

Renate Maier und Max Maier senior

Über fünf Jahrzehnte haben Max Maier senior und Renate Maier die Unternehmensgruppe Rieber aufgebaut. Er prägt sie bis heute als visionärer Unternehmer und Wegbereiter. 2018 sind die Kinder in das Familienunternehmen eingestiegen. Alle vier sind Gesellschafter und erklären uns im Interview, weshalb sie Rieber digitalisiert haben.

gilde-magazin.de  |  02-2026  |  Interview: Axel Stefan Sonntag  |  Fotos: Rieber

ES IST EIN FAMILIENUNTERNEHMEN, wie es im Buche steht: Rieber gilt als einer der führenden Anbieter von Küchentechnik für professionelle Genuss-Handwerker. Der Mittelständler weiß um seine Kernkompetenz in der Edelstahlverarbeitung seit 1925. Im Jahre 1964 bringen die Reutlinger den Vorgänger des Speisenbehälters aus Edelstahl, dem heutigen internationalen Gastronorm (GN)-Standard, auf den Markt. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen erfolgreich in Richtung Digitalisierung transformiert.

Herr Maier senior, Sie haben Rieber vom Anbieter von Edelstahlbehältern zu einem digitalen Speisenlogistiker transformiert. Warum?
Max Maier senior: Weil der GN-Behälter längst mehr sein kann als nur ein Edelstahlbehälter. Er ist das zentrale Transport- und Organisationselement der Gemeinschaftsverpflegung (GV). Wenn man ihn eindeutig identifizierbar macht, wird er zur Datenquelle. Wir machen die Behälter und Deckel über QR-Codes digital rückverfolgbar.

Welche Daten kommen da zusammen?
Max Maier senior: Das System zeigt Bestände in Echtzeit, unterstützt Equipment-Sicherheitsbestände, Rückverfolgbarkeit, Leihfristen und Kommissionierung. Damit lösen wir klassische Probleme wie Behälterschwund, Zettelwirtschaft, unvollständige Lieferungen und fehlende Nachweise.

Sie werben mit Digitalisierung, Standardisierung, Automatisierung und KI. Ist die Gastro denn schon so weit?
Max Maier senior: Sie ist weiter, als viele denken, braucht aber Lösungen, die im Alltag funktionieren. Digitalisierung darf kein zusätzliches Projekt sein, sondern muss Arbeit abnehmen. Unsere Systeme sind bewusst praxisnah aufgebaut: QR-Code scannen, messen, bestätigen, fertig. Die App führt den Anwender durch den Prozess. Gerade bei wechselndem Personal, Quereinsteigern oder Zeitarbeit ist das ein entscheidender Punkt.

Und die Prüfer der Veterinärämter, die auf Papierlisten beharren?
Max Maier senior: Ob diese auf Papier oder digital vorliegen, ist aus unserer Sicht nicht die entscheidende Frage. Entscheidend ist, ob sie vollständig, plausibel, schnell auffindbar und revisionssicher sind. Wir bieten ein voll digitales System an, welches alle gewünschten Listen per Knopfdruck erstellt und ausdruckt – wenn ein Prüfer diese auf Papierform vorliegen haben will. Fakt ist aber, dass beispielsweise einer unserer Kunden 175.000 Listen pro Jahr einspart, inklusive der damit verbundenen Arbeitszeit der Mitarbeiter für die Ablage – die Platzkapazitäten für die Akten mal ganz außen vor gelassen.

Frau Maier, als fünfte Generation wollen Sie die Zukunft der GV „neu schreiben“. In welche Richtung soll das gehen?
Madlen Maier: Indem wir sie nicht mehr nur als Produktion von Essen betrachten, sondern als vernetztes System aus Qualität, Logistik, Nachhaltigkeit, Daten und Genuss. Die GV der Zukunft muss effizienter werden, aber nicht unpersönlicher. Sie muss digitaler werden, aber nicht komplizierter. Und sie muss nachhaltiger werden, ohne den Alltag der Betriebe zu überfordern. Wir wollen Lösungen schaffen, die Genuss-Handwerkern, Caterern und Großküchen helfen, ihre Qualität sichtbar und beherrschbar zu machen – vom Produkt über den Behälter bis zur Ausgabe.

Ist das Thema künstliche Intelligenz ein Thema für Rieber?
Madlen Maier: Absolut! Wir sind mitten in den Entwicklungen. Mit der KI können wir die tägliche Arbeit der GV weiter für alle Beteiligten erleichtern. Wenn etwa ein bestimmtes Essen auf dem Speiseplan stehen soll, erstellt die KI die benötigten Mittel und Einkaufslisten. Oder sie ermittelt das nötige Küchenequipment für eine vorgegebene Zahl an Gästen, mit denen zu rechnen ist.

Herr Maier junior, wie wichtig bleibt Ihnen das einstige Brot-und-Butter-Geschäft mit den GN-Behältern noch?
Max Maier junior: Es bleibt extrem wichtig. Der GN-Behälter ist weiterhin die Basis unserer Welt. Aber seine Rolle verändert sich. Früher war er vor allem ein physisches Produkt. Heute wird er zum digitalen Prozessbaustein. Durch den QR-Code wird er eindeutig identifizierbar. Er kann mit Informationen zu Inhalt, Charge, Zielort, Mindesthaltbarkeit, Reinigung, Leihdauer oder Rücklauf verbunden werden.

Mit Microgreens haben Sie in ein neues Geschäftsfeld investiert. Weshalb?
Max Maier junior: Weil wir die Zukunft der Speisenversorgung nicht nur über Logistik und Behälter denken, sondern auch über Frische, Geschmack und Nährwert. Kleine Sprossen, also Microgreens, sind ein sehr spannendes Produkt: Sie sind vielseitig einsetzbar, bringen intensive Aromen und können Gerichte optisch und geschmacklich aufwerten. Für uns passt das sehr gut zur Frage: Wie kann die Großküche frischer, gesünder und attraktiver werden?

Immer mehr Großanbieter steigen ins Catering ein. Wie können mittelständische Genuss-Handwerker am Ball bleiben?
Max Maier junior: Indem sie ihre Stärken mit professionellen Systemen verbinden. Mittelständische Genuss-Handwerker profilieren sich oft über ihre Nähe zum Kunden, Qualität, Flexibilität und Glaubwürdigkeit. Aber sie müssen alle ihre Prozesse so aufstellen, dass sie mit größeren Strukturen mithalten können. Große Wettbewerber gewinnen über Skalierung. Der Mittelstand kann gewinnen, wenn er Handwerk, Qualität und digitale Prozesssicherheit intelligent kombiniert. Genau dafür bauen wir unsere Systeme.

Mehr Effizienz für Küchen

Das Unternehmen Rieber wirbt dafür, Partyservice und Großküchen stärker systemisch zu denken. Dafür haben sie die GN-Speisenbehälter voll digitalisiert. Genuss-Handwerkern bringt das vor allem Zeitgewinn.

published
Mehr als ein GN-Behälter. Ein durchgängiges System.

Von GN-Behältern mit GS1 Digital Link über CHECK TRACE und CHECK HACCP bis hin zu intelligenten Lösungen für Kommissionierung, Rückverfolgung und Temperaturdokumentation. Erfahren Sie mehr über unsere Produkte und Systeme.

GILDE Genuss-Handwerk

Das Fachmagazin für Genuss-Handwerker, Caterer, Großküchen und Entscheider der Gemeinschaftsverpflegung sowie alle Interessierten an Digitalisierung, Prozessoptimierung und nachhaltigen Verpflegungslösungen.

published
Interesse an unseren Systemlösungen?
Madlen Maier

Ich freue mich über Ihre Kontaktaufnahme.

Madlen MaierHead of Marketing & Communications | Shareholder Rieber